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Adolph Kolping (1813 - 1865)
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Kolping verbindet von Pampa bis Passau

Alexander Umpierrez, Kolping-Präsident in Uruguay, war zu Besuch im Regener Kolping-Bildungszentrum

Technik auf höchstem Niveau bekam Uruguays Kolping-Präsident Alexander Umpierrez (3. von rechts) in den Regener Kolping-Lehrwerkstätten zu sehen. Mit dabei waren (von links) stellv. Kolpingvorsitzender Otto Gabauer, Metall- Meister Sebastian Müller, die Dolmetscher Viktoria Asen und Manuel Spüderer, Kolping-Diözesanvorsitzender Gerhard Alfranseder, Regens Kolping-Vorsitzender Karl-Heinz Barth und Lehrgangsleiter Gerald Mayer. −Fotos: Fuchs

Regen. Ein Besucher aus Uruguay hat sich am Dienstag im Regener Kolping-Berufsbildungszentrum umgeschaut. Alexander Umpierrez, der Präsident des uruguayanischen Kolping-Nationalverbandes, ist anlässlich einer Kolping- Tagung in Köln nach Deutschland gekommen. Und weil der Passauer Kolping-Diözesanverband schon seit 34 Jahren eine Partnerschaft mit dem Kolpingverband in dem südamerikanischen Land hat, stand auch Niederbayern auf Umpierrez’ Reiseplan. Auch Gerhard Alfranseder, Passaus Diözesanvorsitzender, war bei der Tagung dabei, bei der Delegierte aus 50 Ländern der Welt vertreten waren. Es schloss sich ein dreitägiger Besuch in der Diözese Passau an. Zu dem auch der Ausflug nach Regen gehörte. Der 29 Jahre alte Kolping-Präsident war noch nicht geboren, als der Passauer Diözesanverband den Kolping-Freunden in dem Entwicklungsland im südlichen Südamerika, zwischen Brasilien, Argentinien und dem Atlantik, erstmals unter die Arme griff. Seither wurden viele Projekte gefördert, unter anderem ein „Ausbildungshotel“ in der Landeshauptstadt Montevideo. Etwa 40000 Euro jährlich bringen die Kolpingsfamilien im Bistum Passau jährlich im Rahmen der Partnerschaft mit den 27 Kolpingsfamilien in Uruguay auf, sagt Alfranseder.

In Süd- und Mittelamerika verbreitet ist die Zeremonie des
Mate-Tees. Er wird den ganzen Tag über per Trinkrohr aus
einem kleinen Becher getrunken

Allerdings gilt Uruguay, dank seiner riesigen Gras-Ebene, der Pampa, landwirtschaftlich stark, seit kurzem nicht mehr als Entwicklungsland, sondern als Schwellenland. Und damit fördern Deutschland und die EU Projekte nicht mehr so stark wie bisher. Dass sich die Lage verbessert hat, das hat auch Alfranseder bei seinen bisherigen drei Besuchen im Partnerland festgestellt. „Wir haben zum Beispiel lange Zeit die Medikamente für ein kleines, provisorisches Krankenhaus finanziert, das Kolping betreibt“, erzählt er, „diese Kosten hat jetzt die Regierung übernommen.“ Freilich weiß Alfranseder, dass gerade das BBZ in Regen immer noch die gewaltigen Unterschiede zwischen den beiden Ländern markiert. „Das BBZ ist natürlich unser Aushängeschild“, sagt er, und BBZ-Lehrgangsleiter Gerald Mayer weiß, dass auf die technische Ausstattung seiner Werkstätten auch so manche bayerische Berufsschule neidisch ist. „Kolping bildet in Uruguay auch aus“, erzählt Alfranseder, „aber dort ist es mit einem Jahr Lehre schon getan.“ Und entsprechend spärlich seien die Lehrwerkstätten ausgestattet. Das duale Ausbildungssystem gibt es dort nicht. Durch den Bereich Holz am Regener BBZ wurde der südamerikanische Gast von den Ausbildern Xaver Stecher und Willi Ertl geführt, ein Stockwerk tiefer übernahmen Kurt Rechenmacher und Sebastian Müller die Führung in der Metall-Werkstatt. Erstmals im Jahr 2005 kamen Jugendliche aus Uruguay zu einem Austausch ins Bistum Passau.
Seither hat es sieben Jugendbegegnungen gegeben, bei denen auch junge Kolping-Leute aus Nieder- und Oberbayern mit dem Land an der Atlantikküste in Kontakt kommen konnten. Unter ihnen waren auch Viktoria Asen von der Kolpingsfamilie Vilshofen und Manuel Spüderer aus Marktl, die Alexander Umpierrez bei seinem Besuch als Dolmetscher begleiteten. Bei Gerhard Alfranseder hat die langjährige Kolping-Partnerschaft bis in die Familie hineingewirkt: Eine Amtsvorgängerin des derzeitigen uruguayanischen Kolping-Präsidenten ist mittlerweile seine Schwiegertochter.

Kolpingsfamilie