Adolf Kolping Bio
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Das Familienleben und sein Wohlstand ist wichtiger als alle Wissenschaft der Gelehrten, als alle Kunst großer Geister, als alle Macht der Mächtigen, und vermögen sie tausende aus dem Boden zu stampfen.

Adolph Kolping (1813 - 1865)
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„Versäume nicht dein Leben“

Pater Anselm Grün freute sich über ein schönes Holzkreuz aus den Regener Kolping-Werkstätten. Kolpingvorsitzender Karl-Heinz durfte auch noch eine herzliche Einladung nach Regen aussprechen. Foto: Barth.

Pater Anselm Grün freute sich über ein schönes Holzkreuz aus den Regener Kolping-Werkstätten. Kolpingvorsitzender Karl-Heinz durfte auch noch eine herzliche Einladung nach Regen aussprechen. Foto: Barth.

Kolpingsfamilie Regen organisierte Fahrt nach Eisenstein, um Pater Dr. OSB Anselm Grün zu hören.

Von Karin Morawetz

Bayer. Eisenstein, Regen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kolpingsfamilie zeigten sich tief beeindruckt vom Vortrag des bekannten Autors zahlreicher Bücher. Karl-Heinz Barth organisierte den Besuch und die Busfahrt von Regen nach Bayer. Eisenstein. Die Veranstaltung selbst wurde von der Agentur Showtime initiiert.

 

Die Arberlandhalle in Bayerisch Eisenstein war gut gefüllt mit Menschen, die den Geistlichen mit seinen tiefgründigen Ausführungen hören und persönlich erleben wollten.

„Versäume nicht Dein Leben“ hieß das aufrüttelnde Thema, über das Pater Anselm Grün referierte. Mit vielen Beispielen erläuterte er Wege zu einem erfüllten, selbstbestimmten und im Glauben verankerten  Leben. Versöhnung und Wandlung seien angezeigt, wenn das Leben viele Stolpersteine bereit hält und viele Wünsche nicht in Erfüllung gehen konnten. Ansonsten verhindere die Unzufriedenheit die Chance, dem Leben kreativ zu begegnen. Neue Ziele und weiterführende Schritte zu gehen sei anzustreben. Wenn man weiß, was man erreichen will, findet man auch, wie es zu erreichen ist.

Die Hände zu öffnen und  die leidvollen Erfahrungen Gott hinzuhalten, ihn zu bitten, dass er sie in Perlen verwandle, befreie von der Trauer über vertane Gelegenheiten, erduldete Zwänge  und auch nicht gelungene Vorhaben. Das Leben habe auch einen Sinn gehabt, wenn nicht alles nach Plan verlaufen ist. Auch das Misslungene, Halbherzige und Unvollkommene mache das Leben im Rückblick aus. Zu falschen Entscheidungen zu stehen und ohne Groll und Schwermut die eigene Fehlbarkeit zu akzeptieren, gehöre zu den seelisch notwendigen Leistungen, damit das weitere Leben in der Zukunft gelinge.

Pater Anselm Grün erläuterte, dass sich das Denken und das Danken gegenseitig bedingen. An die geschenkten Gaben und Begegnungen zu denken, die bisher das Leben  in jedweder Weise vertieften, verschönerten und bereicherten, löse Dankbarkeit aus. Das erlittene Leid werde dadurch erträglich.

Hoffnung zu haben und sie zu vermitteln, auch in lebensbedrohlichen Situationen, ist immer möglich. Oft können kleine, erreichbare Ziele bis zuletzt gesteckt werden und die Seele für die noch vorhandene Zeit aufrichten. Sehr wichtig und nicht zu versäumen sei der geglückte Abschied am Ende des Lebens für den Sterbenden und die Angehörigen. Wer einen Sterbenden begleitet, solle nicht vergessen, dass dieser selbst entscheiden könne, wann er das Erdenleben loslasse. Der Tod gehöre zum Leben und sollte nicht verdrängt werden, auch nicht, um den Kranken vor der Wahrheit „zu schonen“. Die gegenseitig ausgesprochenen letzten Worte der Liebe und Versöhnung seien von großer Bedeutung für einen friedlichen Tod und die folgende Trauerzeit der Angehörigen.

 

Viele weitere geistliche, ganzheitliche und biblische Impulse und Gedanken, die helfen, das Leben nicht zu versäumen, erwähnte und veranschaulichte der Referent. Er schöpfte dabei aus seinem reichen Erfahrungsschatz und umfangreichen Wissen.

Abschließend ermunterte er die Zuhörerinnen und Zuhörer Fragen zu stellen.

 

„Können Sie uns hoffnungsvolle Worte angesichts der schrecklichen Attentate mit islamistischem Hintergrund mit auf den Weg geben?“, hieß eine davon.

„Die Menschen, die solche Taten begehen, wurden in wesentlichen Umwälzungen ihres Lebens alleine gelassen, aus welchen Gründen auch immer. Sie haben sich radikalisiert, weil sie keinen anderen Weg in ihrer Identitätsfindung gesehen haben.  Ich glaube und hoffe jedoch, dass letzten Endes nicht der Schrecken sondern die Liebe siegt.“

 

Mit einem gemeinsamen Gebet und der Segnung aller Vorkommnisse des  vergangenen Tages klang der beeindruckende Vortrag des Geistlichen in andächtiger Stille aus. Kolpingvorsitzender Karl-Heinz Barth überreichte Pater Anselm Grün ein Holzkreuz, das von Auszubildenden im eigenen Berufsbildungszentrum hergestellt wurde. Mit der Geschenkübergabe war eine herzliche Einladung nach Regen verbunden.

Trotz der langen Fahrt von Münsterschwarzach nach Bayer.Eisenstein trat der vielbeschäftige Pater Anselm Grün dennoch die  Rückreise noch am Abend an.

Still waren die Kolpingmitglieder während der Busfahrt nach Regen. Viele Gedanken beschäftigten sie, denn etliche fühlten sich in ihrer jeweiligen Situation angesprochen.

 

Das Gästehaus der Abtei Münsterschwarzach (www.abtei-muensterschwarzach.de) bietet viele Kurse an, um die angesprochenen Themen zu vertiefen. Die Termine für 2016 sind einem Programmbuch zu entnehmen.