Adolf Kolping Bio
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Das erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie.

Adolph Kolping (1813 - 1865)
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Nachruf für Herbert Köck

Hr Köck

vorgelesen am 31. August 2018 in der Stadtpfarrkirche Regen.

Die Kolpingsfamile Regen trauert heute um ihren ehemaligen Lehrgansleiter und Ehrenmitglied Herbert Köck.

Der Verstorbene hat zusammen mit dem damaligen ersten Vorsitzenden und Bürgermeister Alois Reitbauer die entscheidenden Weichen für die Kolpings-familie Regen gestellt.

Ihm war es zu verdanken, dass 1954 der Grundausbildungslehrgang in der damaligen Werkstätte Kolpinstraße 19 von der Kolpingsfamilie Regen übernommen und bis zur heutigen Form ausgebaut werden konnte.

Bescheidenheit war der entscheidende Garant für die gelebte Entwicklung unserer Einrichtung. Es gab in den Anfängen fast nichts zu verteilen. Umso mehr zählte das ehren- und nebenamtliche Engagement. Herbert Köck tat dies vorbildlich, gerade als er neben seinen Verpflichtungen bei der Berufsschule Regen die Lehrgangsleitung bei Kolping übernahm.

Für die damaligen Lehrbuam, wie sie liebevoll genannt wurden, musste eine vernünftige Bleibe geschaffen werden. So trieb er den Erwerb und Umbau des Kolpinghauses zu einer Internatseinrichtung Ende der 1950er entscheidend voran. Fortan prägten die vom Stadtplatz zur Lehrwerkstätte wandernden Burschen in Blaumänner das Stadtbild. 1969 konnte auf Drängen des Verstorbenen der Grundausbildungslehrgang in einen vom Arbeitsamt geförderten Förderlehrgang umgewandelt werden. Für uns heute die wichtigste Entscheidung, die den Fortbestand unserer Einrichtung sichert.

Die Lehrwerkstätte in der Kolpingstraße, bei der im Eingang links die Schreiner und rechts die Schlosser ausgebildet wurden platzte aus allen Nähten. Herbert Köck konnte die Generalversammlung am 3. November 1974 überzeugen, am heutigen Standort Osserstraße einen Neubau, ja ein Millionenprojekt mit weiteren Berufsfeldern und Internat vorzunehmen. Kurze und unbürokratische Wege waren seine Devise. So erfolgte schon am 22. April 1975 der erste Spatenstich und am 17. März 1977 konnte das neue Jugendförderungszentrum der Kolpingsfamilie Regen e. V. eingeweiht werden.

Herbert Köck bemühte sich stets den Lehrgangsbetrieb nachhaltig zu verbes-sern. So konnte 1988 ein weiteres Geschäftsfeld, die ausbildungsbegleitenden Hilfen, kurz ABH genannt, mit aufgenommen werden. Schwerpunkt dieser Maßnahme ist, Berufsschülern eine Nachhilfe für den Schulstoff anzubieten, um sie so für die theoretischen Prüfungen fit zu machen. Diese Unterrichte fanden im Kolpinghaus und in angemieteten Räumen am Stadtplatz statt.

Nicht müde wurde Herbert Köck die resultierenden Herausforderungen anzunehmen. Als leidenschaftlicher Berufsschullehrer erkannte er den wichtigen Bedarf einer Sonderberufsschule. 1989 konnte diese nach seinen Wünschen in der Osserstraße fertiggestellt werden. Die höchsten Vertreter des Kolpingwerkes ließen es sich nicht nehmen, die Einrichtung seiner Bestimmung zu übergeben. Der damalige Generalpräses Heinrich Festing gab den kirchlichen Segen und der damalige Bundesvorsitzende Heinz Schemken sprach die Festrede.

In den letzten Jahren seiner aktiven Beschäftigung setzte Herbert Köck den wichtigsten Meilenstein seines Wirkens. Mit unermüdlichen Fleiß erwirkte er bei der Agentur für Arbeit die Genehmigung der sogenannten Reha-Ausbildung. Mit ihr ist es uns erlaubt, die Lehrgangsteilnehmer zum Fachwerker und auch zu vollständigen Gesellen bzw. Gehilfen auszubilden. Entsprechende Erweite-rungen am Berufsbildungszentrum mussten dafür vorgenommen werden. Im September 1993 konnten die Gebäude für den Garten- und Zierpflanzenbau bezogen und mit der Fachwerkerausbildung dort begonnen werden.  Es war wohl die schönste Genugtuung für Herbert Köck mit der er sich 1994 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete.

Die Kolpingsfamilie Regen würdigte sein Schaffen und Wirken mit Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. Auch ohne Verpflichtungen lag ihm immer das Berufs-bildungszentrum am Herzen. Er schaute regelmäßig nach, wie es seinen Buam ging und war ein profunder Berater für seinen Nachfolger Norbert Loibl und dem ganzen Personal. Die aufopferungsvolle Hingabe, mit der er seine Ehefrau jahrzente Lang pflegte und umsorgte runden nicht nur seine Vita ab, nein sie verdient allerhöchsten Respekt.

Am Tag nach Marä Himmelfahrt hat nach einem sehr erfüllten Leben unser allmächtiger Gott unseren Herbert zu sich gerufen. Die Kolpingsfamilie Regen verliert mit ihm einen Pionier eines gelebten Christentums, ja einen echten Kolpinger wie es kaum einen zweiten gibt. Nun liegt es an uns, diese Ideale und Tugenden fortzutragen. Mit Hilfe Gottes zusammen mit der Erinnerung an ihm möge uns das gelingen.

Lieber Herbert, vergelt’s Gott für alles und ruhe in Frieden.

Karl-Heinz Barth